Steile Strahlen nach schlechten Stunden

Dying keeps me conscious of the way I waste my breath.

Gestern war ein schlechter Tag. Ab und zu begegne ich dem gemeinen Partner meiner Angst. Einer hilflosen Traurigkeit, die meinen Körper besetzt. Wie die Angst auch spüre ich sie besonders in der Kehle, die sich permanent leicht eingedrückt fühlt. Räuspern, schlucken, husten lösen nichts, geben der Enge lediglich eine passende Akustik.

Dabei ist gar nichts passiert. Alles ist in Ordnung. Die Therapiesitzung am Vormittag muss aber einen Punkt berührt haben, der einen Schmerz ausruft, der hoffentlich zur Heilung gehört. Wie eine Massage, nach der man die Greten erst neu sortieren muss, bevor alles beschwerdefrei wieder an Ort und Stelle sitzt.

Unter der Kehle pocht mein Herz mit Nachdruck in einem trüben Takt, den es anschlägt, wenn ich die Luft beim Weinen kurz anhalten muss.

Es ist ein überaus kläglicher Zustand, den ich kaum mitteilen möchte, weil er mich mit Scham überzieht. Denn: Es ist doch eigentlich alles in Ordnung. Aber nirgendwo in mir kommt diese Information an. Ich fühle mich allumfassend gescheitert und überfordert.

Diese Lage ist so anstrengend, dass ich weite Teile des Tages starre, abends liegend. Und hoffe, dass es bald einfach wieder vorbei ist. Dass das nicht hält, denn dieses Gefühl ist so widerwärtig gewalttätig, dass niemand es in seinem Leben haben sollte. Keine Kontrolle, nur enges Klopfen.

Heute ist es besser. Jemand, der immer wieder unter Migräneattacken litt, hat mir mal beschrieben, dass auch Tage danach noch eine Spur des Schmerzes den Kopf umkreist. Dieser Rest hängt mir auch heute an, wie ein kleiner werdender Schatten, der sich in der aufsteigenden Sonne konturscharf auflöst. Ich hoffe, die Strahlen fallen nun eine Weile so steil wie möglich.

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